Kirjailijakuva

Paul KornfeldKirja-arvosteluja

Teoksen Blanche oder Das Atelier im Garten. tekijä

3+ teosta 16 jäsentä 1 Review

Kirja-arvosteluja

Kurzbeschreibung bei Amazon:
Der Ort der Handlung, Böhmen im Jahre 1613, bildet den Rahmen für die Geschichte von Graf Wratislav und seinem Diener Wladislav. Dem Grafen fällt es eines Tages ein, seinem Diener und Freund Land zu schenken und ihn somit ebenbürtig zu machen. Doch der Diener weigert sich, diese Erhöhung anzunehmen.
Ein erbitterter Streit zwischen den beiden Freunden entflammt, der immer aberwitzigere Ausmaße annimmt. Durch verschiedene Umstände verliert der Graf nach und nach sein ganzes Hab und Gut, während der Diener immer reicher wird. Schließlich ist es der Graf, der dem Diener dienen will. Beide buhlen um die Knechtschaft bis es zum Äußersten kommt. Endlich beschließen sie, ihr Dorf zu verlassen, um auf Wanderschaft zu gehen. Nach zwanzig Jahren kehren sie zurück und stehen vor einem großen Rätsel: Keiner der Dorfbewohner ist auch nur um einen Tag gealtert.
Umschlagtext
Nach dem großen Erfolg seines Romans ›Blanche oder das Atelier im Garten‹ liegt nun das erste Prosastück von Paul Kornfeld wieder vor. Geschrieben im Jahre 1917, ist es ein Vorbote der Meisterschaft, die sich in seinem späteren Roman vervollkommnen sollte.

4.0 von 5 Sternen Ist Geben wirklich seliger denn Nehmen?, 30. September 2001
Von
Thomas Butter (Thomas.Butter@epost.de) (Berlin, Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Legende (Taschenbuch)
"Legende" ist märchenhafte Prosa von zeitloser Aktualität. Verfaßt im Jahre 1917, als der Hurra-Patriotismus bereits der Kriegsmüdigkeit gewichen war und sich der Erste Weltkrieg mit all seinen schmerzlichen Verlusten und in seiner ganzen Grausamkeit dem Ende neigte, mahnt Kornfeld eindringlich vor Auseinandersetzungen mit anderen Mitteln als denen der friedlichen Diskussion. Gerade das 20. Jahrhundert mit seinen weltumspannenden Kriegen und Krisen wäre ein Zeitfenster gewesen, in dem "Legende" eine sehr viel größere Beachtung hätte finden müssen. Aber auch vor dem Hintergrund der schrecklichen Ereignisse in New York und Washington gibt Kornfeld gerade heute dem Leser immer noch wertvolle Denkanstöße für den Umgang der Menschen untereinander. Kornfeld bedient sich einer Sprache, die trotz z.T. ungewöhnlich langer Satzkonstruktionen, bei denen man nicht selten den Wunsch verspürt, Hauptsätze auseinanderzuschlagen und Nebensätze als Hauptsätze zu formulieren, durch den überraschenden Einsatz von Adverbien versöhnt. Im Kampf zwischen Wratislav und Wladislav, wer des anderen Diener sein darf, wird letztendlich aber durch eine anschauliche, leichtverständliche Bildersprache deutlich, dass Gewalt niemals die Lösung sein kann. Beiden Kontrahenten wäre so manches Leid erspart geblieben, hätten sie kompromißbereit das klärende Gespräch gesucht, anstatt den jeweils anderen durch rechthaberischen Aktionismus zu überzeugen versucht. Kornfeld zeichnet aber kein gängiges Konfliktszenario. Weder Wratislav noch Wladislav erstreben einen materiellen oder ideellen Vorteil für sich selbst. Sie fühlen sich jeweils in der Schuld des anderen, deren Tilgung sie aggressiv zu erreichen versuchen. Insofern ist "Legende" ein sehr außergewöhnliches Buch! Zwei Freunde glauben, dass Freundschaft nur aus Geben, nicht jedoch aus Nehmen besteht. Freunde müssen zwar zu Opfern, jedoch auch zur Entgegennahme von Freundschaftsdiensten bereit sein. Um ihre Freundschaft zu retten, versetzen sich beide bewußt in die Lage, dem anderen nichts mehr geben zu können. Ihr ganzes Hab und Gut soll das Leiden Schwacher, Alter und Kranker lindern helfen, sie selber gehen jedoch mittellos fern der Heimat Seite an Seite durchs Leben. Die beiden fristen aufgrund des selbst gewählten Schicksals ein entbehrungsreiches und nicht beachtenswertes Dasein, sind auf Hilfe Fremder angewiesen, bleiben aber Freunde. Auf der Wanderschaft wird ihnen bewußt: "Es gäbe ja, wie sie es nicht anders erwartet hatten, viele gute Menschen auf der Welt." Ihre, den vermeintlich Bedürftigen hinterlassenen Reichtümer, wurden nicht benötigt. Niemand in der Grafschaft erkrankte, niemand starb während ihrer Abwesenheit. Hier schließt sich der Kreis: Zwar ist Geben seliger denn Nehmen, doch was helfen alle Gaben, wenn keiner da ist, der sie nimmt!
 
Merkitty asiattomaksi
JAAKonTEXT1 | Apr 6, 2012 |